Die Krise ruft nach nachhaltigen Lösungen.
Sie bestehen. Das Know-How steht bereit.

Die nachhaltige Überwindung der Krise erfordert das Verstehen ihrer tieferen Ursachen. Diese werden immer mehr Menschen langsam klarer. Es ist daher an der Zeit, das diesbezüglich längst verfügbare Wissen zu aktivieren und zu nutzen.

Für die Überwindung der Krise gibt es Vorbilder.
Insbesondere gibt es effektiv zielführende Massnahmen.
Diese sind zudem höchst effizient, also ebenso kostengünstig wie schnell zielführend.

Dank aufeinander abgestimmter Orchestrierung aller Wirtschafts- Technologie- und Design-Förder-Maßnahmen gelang so, was heute als "Wunder von Bilbao" oder "Bilbao-Effekt" bezeichnet wird.

Um den mit der örtlichen Privat-Industrie erzielten Wandel auch im Stadtbild erkennbar zu machen, zumal öffentliche Bauten den selben hohen Ansprüchen genügen sollen, wie die Alleinstellungs-Merkmale der Angebote der örtlichen Industrie, wurde vorgeschlagen, Architektur mit dem selben Stolz zu konzipieren, wie es für frühere Generationen selbstverständlich war.

Als Beispiel für "architektonische Wahrzeichen" wurde auf das Guggenheim Museum von Frank Lloydt Wright verwiesen:
Nicht Grösse, sondern Einzigartigkeit ist, worauf es ankommt.

Es war ein glückliches Zusammentreffen, daß die Guggenheim Organisation zu jener Zeit plante, grössere Teile ihrer Sammlungen zu zirkulieren, und dafür neue Standorte zu entwickeln. So entstand aus der Besichtigung des Vorbildes auch in Bilbao ein Guggenheim-Museum.

Der Bilbao Effekt aber wurde nicht durch Schärfung des Bewusstseins auch der öffentlichen Verwaltung für qualitative Kriterien erzielt, die als Zeichen des durch Wiederbelebung der Industrie erzielten Wandels auch die Städteplanung auf das gleiche Niveau hob, sondern durch Fokus aller Förder-Massnahmen auf Unternehmertum, Alleinstellungs-Merkmale und Innovation.

So wurde aus der Idee für ein Design-Zentrum, und aus den Vorschlägen zur Vermeidung der Ineffizienz solcher Institutionen, die Konzertierung aller Maßnahmen der Wirtschaftsförderung.
Ihre Fokussierung vornehmlich auf von Unternehmern geführte Firmen, setze dort an, wo die Ortsverbundenheit und die Fähigkeit zu schnellen Entscheidungen den Wandel am sichersten herbei führen kann.
Weitere wichtige Massnahmen sind die Akkreditierung und Schulung von Ingenieuren, Designern, Ökonomen und sonstigen Beratern und Dienstleistern der Unternehmensleitungen.

Erfolgsentscheidend aber war das Mentoring der Unternehmer und ihrer leitenden Mitarbeiter durch proaktive Begleitung der geförderten Projekte. So gelang es, Rückschläge zu vermeiden, und durch herausragende Erfolgsgeschichten weithin sichtbare Beispiele zu geben.
Erfolg und Befriedigung über spezifische eigene Kompetenz wurden so zur ansteckenden Grundlage von Stolz, Identität und mehr Erfolg. Inklusive Prozesse teilten die zielführenden Konzepte mit allen Mitarbeitenden und der Öffentlichkeit.
Die sozio-politische Brisanz der Situation im Baskenland wurde erfolgreich gebannt.

So entstand auch die Voraussetzung, um mit herausragender Architektur, als Zeichen des erreichten Wandels, vormaligen Industriebrachen und Slums eine neue Zukunft zu geben.

Da Ressourcen auch heute allenthalben beschränkt sind, liegt es nahe, diese manchen ungewöhnlich erscheinenden Rezepte und ihre entschlossene Konzertierung endlich auch anderenorts anzuwenden. Schließlich gibt es kein effektiveres und effizienteres Mittel für nachhaltigen Aufschwung, allgemeinen Wohlstand und Frieden.

Der Bilbao Effekt ist wiederholbar wenn man weiß, wie er wirklich erreicht wurde.

Die für das span. Baskenland erzielten Erfolge zielstrebiger Wiederbelebung der Wirtschaft sind sogar noch steigerbar.

Das Know How steht bereit, um mit allen Interessierten geteilt zu werden.

Gerhard K. Eichweber war der erste "Direktor für Förderung" in Bilbao.

Gerhard K. Eichweber